Swiss perimeter


6. November

Verlauf:  Alp Trida Skihaus (2261 m) – Alp Bella – Grübelekopf (2894 m) – Flimjoch (2757 m) – Alptrider Sattel – pt 1748 m auf der Hauptstraße 2 km unterhalb von Samnaun Dorf

Distanz:  18,9 km
Zeit:  6 Stunden 10 Minuten (zusätzlich 45 Minuten für die Pausen)
Höhenmeter : 1230 m bergauf; 1740 m bergab

Vormittags teilweise bewölkt, nachmittags besser.  Die Straße bis zur Alp Trida benötigte eine spezielle Genehmigung von der Gemeinde von Compatsch, was eine gewisse Zeit in Anspruch nahm.  So war der Start wieder etwas spät (9h40 ).  Die Straße war nicht asphaltiert und stellenweise steil.  Sally hatte beim Hinunterfahren Angst und schwor, sie würde nie wieder solche Straßen fahren.  Also mußte ich genügend Zeit einplanen, um ins Tal hinunter zu steigen. Aber es ging alles glatt, das einzige Problem war, den richtigen Weg zu finden, wenn die meisten roten und weißen Markierungen auf dem Weg hinüber zum Flimjoch unter dem Schnee versteckt waren. Ich war kurz nach 2 Uhr nachmittags dort, hatte aber keine Zeit, den nächsten Gipfel (Bürkelkopf, 3033 m, steile Schutthalden, mit viel Schnee oben, Zeitangabe im Führer: 1 Stunde hinauf) zu versuchen und noch vor Einbruch der Dunkelheit unten zu sein. Wieder einmal sah ich den ganzen Tag keine einzige Person, mit Ausnahme von 2-3 Arbeitern am Alptrider Sattel, die Skilift- und Seilbahnanlagen für die nächste Schi-Saison überprüften.

Photos :

1. Gipfelaussicht vom Grübelekopf, Blick nach Süden
2. Wegweiser am Flimjoch

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Ins Samnaun

5. November

Verlauf (mit dem Fahrrad):  Zoll Martinsbruck (Martina) – Grenzübergang bei Schalkl (Österreich) – Vinadi (Weinberg, Abzweigung nach Samnaun) – Hof da Fans (Pfandshof) – Zoll Spissermühle

Distanz:  19,0 km
Zeit:  1 Stunde 55 Minuten (zusätzlich 30 Minuten Kaffeepause im Zollfreizentrum Pfandshof)
Höhenmeter:  580 m bergauf; 100 m bergab

Wir sind zeitig von Sent abgefahren und waren bald beim Zoll in Martinsbruck, etwa 16 km entfernt.  Hier habe ich Rogers Fahrrad ausgeladen und montiert (Räder waren abmontiert).  Ein Grenzbeamter hat uns erklärt, daß das Kajakfahren ab hier heuer verboten war, wegen einer Baustelle. (Ich hatte aber nicht mehr die Absicht, die nächsten 6-7 km per Kajak zu bewältigen – zu spät in der Saison, Wasser zu kalt, keine Gefährten, usw.)

Um 9 Uhr konnte ich starten, noch im Schatten, bei -2°C, etwa 7,5 km bis zum Grenzübergang nach Österreich, von hier zurück bergauf nach Vinadi und dann die Gebirgsstraße hinauf Richtung Samnaun.  Ich habe mich sehr geplagt, keuchte viel, und mußte hie und da das Fahrrad schieben.  Zwei größere Baustellen mit Einbahnverkehr, etliche Tunnels (ich hatte keine Lichter am Fahrrad), aber nie mehr als 250 m von der Grenze entfernt (sie verläuft weiter unten dem Schergenbach entlang).  Sally erwartete mich beim ersten Zollfreimarkt, für einen Kaffee mit Apfelstrudel, dann war ich wieder gestärkt für die letzten 2 km bis zur Abzweigung nach Spiss und Landeck (österreichisches Zollamt).

Dann habe ich das Fahrrad demontiert und ins Auto verstaut, und wir fuhren noch einige Kilometer nach Samnaun Dorf, wo wir eine Unterkunft gefunden haben (etwa 70% der Hotels, usw. sind schon geschlossen, bis Ende November).  Ich war dann noch immer zu erschöpft, um noch nachmittags eine Wanderung zu unternehmen.


Arrivederci Italia!

4. November

Verlauf:

Erster Teil: Rundgang: Reschner Alm (2010 m) – Punkt. 2745 m über dem Grubenjoch – Piz Lad (2808 m) – Punkt. 2784 – Dreiländerpunkt ( Schweiz-Italien-Österreich, 2180 m) – Reschner Alm

Distanz: 12,6 km
Zeit: 4 Stunden 40 Minuten (zusätzlich 30 Minuten für die Pausen)
Höhenmeter: 960 m bergauf und bergab

Zweiter Teil: Abstieg von der Reschner Alm bis zur Hauptstraße, so daß Sally nicht ein zweites Mal die schmale, nicht geteerte Straße fahren muß.

Distanz: 3,2 km; Zeit: 35 Minuten; Höhenmeter: 230 m bergab

Morgens gutes Wetter, nachmittags bewölkt. Leichter Aufstieg auf einem guten Weg, einige Schneefelder weiter oben, welche ich auf steilem Gras umgehen konnte. Beim Abstieg habe ich einen Abschneider gemacht, um den Dreiländerpunkt schneller zu erreichen – Querung steiler Schneehänge – zum Glück gab es Spuren einer Person, die den gleichen Weg 1 oder 2 Tage vorher begangen hatte!

Diese Etappe bezeichnet das Ende der Grenze zu Italien, mit 744 km die längste Grenze zwischen der Schweiz und einem Nachbarland.  In diesen 744 km gab es den höchsten Punkt und den tiefsten Punkt der Grenze (Grenzgipfel und Lago Maggiore), die südlichste und östlichste Punkte, sowie alle Viertausender!

Photos:

1. Blick von Punkt. 2784 auf den Reschensee
2-4. Kalksteinblock als Grenzstein verwendet: Dreiländerpunkt Schweiz-Italien- Österreich.

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Der Ratschlag eines Hüttenwarts

3. November

Verlauf: Pt. 1829 m oberhalb von Schlinig (Slìngia) – Sesvennahütte – Schlinigpass – Rassaserscharte (2714 m) – Rojental (Valle Roia) – Reschen (Rèsia)

Distanz: 25,4 km
Marschzeit: 7 Stunden 40 Minuten (zusätzlich 1 Stunde 10 Minuten für die Pausen)
Höhenmeter: 1160 m bergauf;  1480 m bergab

Piz Starlex und Piz Sesvenna waren wegen dem vielen Schnee nicht möglich, so entschied ich mich, vom Schlinigertal fortzusetzen.  Der Start war spät (9h10 Uhr), weil wir die falsche Zugangsstraße gewählt hatten und umkehren mußten, wo die Straße zu Ende war. Nach einer Stunde Fußmarsch erreichte ich die Sesvenna-Hütte.  Diese Hütte war seit dem 25. Oktober geschlossen aber der Hüttenwart war da; er brachte Vorräte auf einer Materialseilbahn hinauf.  Er hat von meinem Plan, die Craist’Ota und den Kamm nach Norden zu durchqueren, abgeraten, weil es zu vereist wäre und ich keine Steigeisen mit hatte, nur Schneeschuhe. Stattdessen schlug er mir vor, die Rassaserscharte zu überqueren, von der Schweizer Seite nach Italien und Abstieg nach Reschen. Das war ein guter, markierter Weg (außer wo der Schnee die Markierungen bedeckt hatte), wieder einmal weder auf der schweizerischen Nationalkarte 1:25‘000 vom Jahre 2011 angezeigt, noch auf meinem GPS.

Sally hat Meran mit der Bahn besucht, aber aus irgendeinem Grund funktionierte ihr Telefon nicht und ich konnte sie weder mündlich noch per SMS erreichen, um zu sagen, wo ich im Tal herauskommen würde. Wir hatten Unterkunft in Sent (in der Nähe von Schuls) gebucht, und sie wurde von zwei sehr freundlichen Italienern (die ein Restaurant und eine Pizzeria in der Nähe betreiben) gerettet, indem sie mich auf ihren Handys angerufen haben. Am Ende mußte ich bis hinunter nach Reschen gehen, wo ich erst nach Einbruch der Dunkelheit angekommen bin, und Sally mußte den Weg noch einmal machen, um mich abzuholen.

Photo:

Am Start

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Goldene Lärchen

2. November

Verlauf: Müstair Dorf (1250 m) – Piz Terza / Urtirolaspitze (2909 m) – Fuorcla Starlex (2634 m) – Val d’Avigna bei 1530 m

Distanz: 19,3 km
Marschzeit: 8 Stunden 30 Minuten (zusätzlich 1 Stunde für die Pausen)
Höhenmeter: 1850 m bergauf; 1570 m bergab

Ein schöner sonniger Tag. Das gute Wetter der letzten Tage hatte bis etwa 2600 m viel Schnee von den Südhängen entfernt.  Auf den Nordhängen, ist es eine andere Geschichte …

Ich bin um 7h40 direkt vom Hotel losgegangen und folgte gut markierte Wege bis zum Gipfel des Piz Terza.  Die Lärchen waren sehr schön (siehe Photos) und die Waldwege sehr angenehm, weich unter den Füßen aufgrund von Millionen von gefallenen Lärchennadeln.  Die letzten etwa 45 Minuten waren auf Schnee und hätten mühsamer sein können wenn eine Gruppe von 4 oder 5 Personen am Vortag keine Trittspuren gelassen hätte. Gipfel um 12 Uhr mittags.. Schöner 360° Rundblick.

Der Grat gegen Norden erforderte Schneeschuhe.  Eine Reihe von mit Schnee bedeckten Felsstufen zwang mich auf der Schweizer Seite hinunter und ich erreichte die Grenze wieder auf der Fuorcla Starlex.  Der Abstieg von hier war ereignislos, aber ein Kommunikationsproblem bedeutete, daß ich ein paar Kilometer weiter auf der Straße in der Val d’Avigna hinunter marschieren mußte, als ich beabsichtigt hatte. Schließlich hat mich Sally gefunden und führte mich zum Hotel zurück.

Photos:

Lärchen im Herbst; Frühmorgensonne

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Piz Chavalatsch!

24. Oktober

Dieser ist ein ganz besonderer Gipfel, weil er der östlichste Punkt der Schweiz ist und daher für mich obligatorisch war!

Wieder ein schöner sonniger Tag.  Ich schaffte den Gipfel relativ rasch, wieder mit den unentbehrlichen Schneeschuhen. Die beiden vorhergehenden Tage habe ich während der Wanderung keine einzige Person getroffen, heute nur 2 Personen auf dem Gipfel; sie sind einen anderen Weg von einer Berghütte aufgestiegen.

Verlauf:  Start um 8 Uhr bei 1500 m oberhalb von Müstair – Piz Chavalatsch ( 2763 m) – Abstieg auf der italienischen Seite über die Rifair Scharte – Grenzübergang zwischen Müstair und Taufers.

Distanz: 15,0 km
Benötigte Zeit:  6 Stunden 55 Minuten (zusätzlich 1 Stunde 10 Minuten für die Pausen)
Höhenmeter:  1280 m bergauf;  1530 m bergab

Morgen (Ende der Sommerzeit!) fahren wir für eine Woche Babysitten nach Hause.  Wenn das Wetter Anfang November schön ist, könnte ich einen weiteren Grenzabschnitt machen, sonst muß ich  bis zum nächsten Jahr warten, sowie auch meine lieben Leser!

Photos:

1. Piz Chavalatsch Gipfelkreuz
2. Schilder am Kreuz
3. Aussicht vom Gipfel auf Müstair, 1500 m tiefer gelegen
4. Grenzstein beim Zollamt Müstair

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Ein taktischer Fehler

23. Oktober

Ein schöner sonniger Tag!

Das Tagesziel war Piz Chavalatsch, der letzte Gipfel vor Müstair.  Um einen zu großen Höhenunterschied zu vermeiden, habe ich beschlossen, auf der Umbrail-Paßstraße bei etwa 1830 m anzufangen, oberhalb vom Gasthaus Alpenrose.  Dieser Weg gibt eine Querung von etwa 6 km bei 2300 bis 2400 m.  Im Sommer hätte ich 2-3 Stunden für diese Strecke gebraucht.  Aber mit 30-40 cm Neuschnee auf dem Boden …

Nach der gestrigen Erfahrung, ging ich in ein Sportgeschäft und mietete Schneeschuhe für 2 Tage.  Daher hatte ich einen späten Start und der Schnee war weich.  Noch dazu war der Weg oberhalb der Baumgrenze nicht leicht zu finden. Ich brauchte also für die ersten 3 km der Querung über 3 Stunden;  ich kämpfte mit dem Schnee und versank bis zu den Knöcheln und darüber hinaus, trotz Schneeschuhe!

Dann war es an der Zeit, die Übung abzubrechen, und einen Weg ins Tal vor Einbruch der Dunkelheit zu finden.

Verlauf: Umbrail-Paßstraße bei 1830 m – Hirtenhütte Pin Grond – Müstair Dorf

Distanz:  15,1 km
Benötigte Zeit:  6 Stunden 15 Minuten (zusätzlich 45 Minuten für die Pausen)
Höhenmeter:  640 m bergauf;  1220 m bergab.

Photo:

Piz Chavalatsch, in der Mitte, noch etwa 4 km weit entfernt, Luftlinie …

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Abenteuer im Schnee

22. Oktober

Verlauf:  Stilfserjoch – 5 Gipfel an der Grenze Richtung Norden – Abstieg zum Gasthaus Alpenrose (1788 m) oberhalb von Santa Maria auf der Straße zum Umbrailpaß.

Distanz: 14,2 km
Benötigte Zeit:  10 Stunden 45 Minuten (zusätzlich 40 Minuten für die Pausen)
Höhenmeter:  850 m bergauf;  1920 m bergab.

Gipfel:

Piz de las Trais Linguas, 2843 m
Piz Cotschen, 3026 m
Korspitz, 2933 m
Gross Tartscher Kopf, 2963 m
Piz Costainas, 3004 m

Ich verließ das Stilfserjoch um 7:40 Uhr; es hatte -6 ° C, aber der Tag sollte schön werden: keine Wolken, kein Wind. Es gab 15 bis 20 cm Neuschnee, und weniger, wo er von den Kämmen weggeblasen war, und hie und da war überhaupt kein Schnee mehr.  Also rief ich Sally an, um zu sagen, die Schneelage sei akzeptierbar und daß ich weiter machen würde.  Ein großer Irrtum!  Je weiter ich nach Norden kam, desto tiefer wurde der Schnee.  Einen Kilometer lang konnte ich in den Spuren einer Herde von Steinböcken gehen, aber dann wurde das Weiterkommen immer schwieriger und ermüdend; ich sank bis zu den Knien in den Schnee, manchmal zwischen Felsblöcken bis zur Hüfte.

Der Aufstieg der letzten beiden Gipfeln erwies sich als etwas leichter; es gab es weniger Schnee zwischen den Felsen, und ich konnte die stellenweise sichtbaren Markierungen folgen.  Anderseits war die technische Schwierigkeit höher, PD oder sogar noch mehr, und in den steilen Hängen der Abstiege bin ich öfters bis zum Oberschenkel eingesunken. Kurz vor 4 Uhr nachmittags war es Zeit aufzuhören: ich stieg einen nicht zu steilen Hang auf der schweizerischen Seite ab, von einem Joch gleich nach Piz Costainas.  Sobald ich den Boden eines Seitentals erreicht hatte, wurde der Schnee weniger tief, aber es dauerte immerhin mehr als drei Stunden, um die Straße zwischen Santa Maria und Umbrailpaß zu erreichen – und dann war es schon dunkel!

Photos:

1. Etwas vor dem Piz Cotschen, noch akzeptabel
2. Der Südgrat des Piz Costainas; der Anstieg führt vom unteren Rand des Bildes direkt zum Gipfel

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21. Oktober

Mit Sally zum Stilfserjoch zurückgekehrt.  7 Stunden im Auto.  Alle Pässe offen, Straßen trocken, aber das Stilfserjoch auf der Südtiroler-Seite schon gesperrt.  Gingen wieder zum freundlichen Hotel Genziana zurück.


Mehr Schnee

14. Oktober

Am Morgen haben wir gesehen, daß es in der Nacht geschneit hatte: 10 – 12 cm am Stilfserjoch (und auf dem Auto), noch mehr höher oben, und die ganze Landschaft war mit frischem Schnee bis auf etwa 1800 m hinunter bedeckt. Ich hatte geplant, den Höhenweg vom Stilfserjoch zum Piz Chavalatsch, dem östlichsten Punkt der Schweiz, zu begehen und dann nach Müstair abzusteigen.  Obwohl die Wettervorhersagen mehr oder weniger übereinstimmten, das Wetter werde bis zum späten Nachmittag etwas ruhiger, sogar etwas sonnig, konnte diese Wanderung bei 15 – 20 cm Neuschnee nicht ohne Risiko in Angriff genommen werden.  Donnerstag, der 15. und Freitag, der 16. würden noch mehr schlechtes Wetter bringen. So fuhren wir einmal mehr nach Hause, über Pass Umbrail, den Ofenpass und den Flüelapass, in der Hoffnung eine stabile Schönwetterperiode vor Ende des Jahres zu genießen, mit dem Risiko, daß der Winter sich richtig installiert und daß die Berge nur mit Skiern erreichbar sind.  Glücklicherweise hatten wir Winterreifen auf dem Auto und Schneeketten bei uns (heute nicht benötigt, da die Schneepflüge sehr gute Arbeit geleistet hatten, sowohl in Italien wie auch in der Schweiz.)

Photos:

Pass Umbrail, gestern und heute

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